Projekt 366 – Tapferer Ostermarschierer

March 27, 2016  •  Kommentar schreiben

Gibt es eigentlich noch Ostermärsche? Als ich jung war, kamen sie jedes Jahr wieder und richteten sich stets gegen USA, Nato, Nachrüstung, jedenfalls gegen den Westen im allgemeinen und damit letztlich auch gegen uns selbst. Das habe ich damals nicht so gesehen (ich bin sogar mitmarschiert), aber ich sehe das heute so. 

Der kleine trommelnde Hase, der bei uns zur Oster-Deko gehört, hat mich wieder an diesen Teil meiner Vergangenheit erinnert, und ich habe mich gefragt, ob ich ihn als  Ostermarschierer mit einem übermächtigen Gegner inszenieren könnte. Der coole Goldhase von Lindt war perfekt für diese Rolle, und mir kommt es bei diesem Foto besonders auf den Ausdruck in den Augen der beiden Hasen an.

Dazu war es natürlich nötig, dass beide Augen perfekt scharf sind. Die Kamera stand auf einem Stativ, und ich habe den Autofokus sowie den Bildstabilisator abgeschaltet, den Live-View-Modus aktiviert (also nicht durch den Sucher geschaut, sondern aufs Display), und das angezeigte Bild zehnfach vergrößert. Jetzt habe ich den linken Hasen manuell exakt scharfgestellt und dann den rechten millimeterweise vor und zurück bewegt, bis sein Auge ebenfalls scharf auf dem Display zu sehen war.

Fotografiert ist das Bild wieder mit einem entfesselten Blitz, der zunächst rechts, später links neben der Szene stand und mit halber oder viertel Leistung gegen die Decke blitzte. Vor der Aufnahme, aber nach dem Scharfstellen hatte ich das Licht im Raum so weit abgedunkelt, dass eine Belichtung mit ISO 50, Blende 2.8 und 1/160 Sekunde ein komplett schwarzes Bild ergab, so war mein Blitz dann die einzige Lichtquelle. Die Goldfolie des Lindt-Hasen hat, egal wo der Blitz stand, besonders gut im Kunstlicht geleuchtet, so dass ich in der Bildbearbeitung später die linke Bildhälfte stärker  aufgehellt habe als die rechte. Mit dem Weißabgleich habe ich links eine eher kühlere Stimmung geschaffen, den Goldhasen aber per Korrekturpinsel wieder etwas goldiger gemacht. So denke und hoffe ich, dass man sieht, worum es geht: eine intensive Gegenüberstellung.

Mehr Bilder im Projekt 366: Am EndeNoch vier WochenGeneralprobeMorgenlicht, Korkenzieher


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